BAPI® ist eine standardisierte Schnittstelle zur Kommunikation zwischen verschiedenen SAP®-Systemen oder Fremdanwendungen und SAP-Systemen.

„BAPI“ steht für Business-Application-Programming Interface (Programmierschnittstelle für Geschäftsanwendungen) und stellt gleichzeitig den ersten objektorientierten Ansatz in der SAP-Welt dar. Dennoch muss man sich immer vor Augen halten, dass BAPIs auf der herkömmlichen RFC-Bibliothek (RFC = remote aufrufbare Funktionsbausteine) und auf Reports und Funktionen basieren statt auf richtigen Klassen – wie in ABAP Objects (ABAP Objects ist die objektorientierte Erweiterung von ABAP®, der SAP-eigenen Programmiersprache). BAPIs sind langlebig über viele Releases, bieten also eine gewisse Implementierungssicherheit. Außerdem können sie vom Kunden selbst entwickelt werden, wobei SAP bereits eine gewisse Menge an Standard-BAPIs zur Verfügung stellt.
Bei der Anbindung ist es egal, ob es sich um Standard-BAPIs oder Eigenentwicklungen handelt. Bereits integrierte Funktionsbausteine können ebenfalls mit wenig Aufwand durch ein BAPI gekapselt aufgerufen werden. BAPIs sind nicht im Raum der SAP-Welt alleinstehend, sondern sind Teil der Business-Objekte. Ein Business-Objekt ist eine fachliche Entität, die Daten (z. B. Schlüsselfelder zur eindeutigen Identifikation und Attribute als weitere Eigenschaften) und ihre zugehörigen Operationen (z. B. BAPIs) in sich kapselt und somit als Klasse fungieren. Werden diese Business-Objekte zur Laufzeit angesprochen, so werden daraus Instanzen (also Laufzeitobjekte). Weitere objektorientierte Konzepte, die von Business-Objekten unterstützt werden, sind Vererbung, Schnittstellen (Zusammenfassung mehrerer Methoden) und Polymorphie.
Polymorphie bedeutet, dass ein Objekt mehrere Schnittstellen implementieren kann. Dadurch ist es möglich, einem Objekt verschiedene Rollen zuzuteilen, also verschiedene Sichten auf ein Objekt dazustellen. Ein Produktionsgut kann beispielsweise sowohl ein fertiges Produkt – mit entsprechender Schnittstelle – sein oder auch ein Material im weiteren Verbrauchsprozess. Die Schnittstellen präsentieren die verschiedenen Rollen. Diese Unterschiede können selbstverständlich auch in der Kommunikation mit der Produktion flexibel und effizient genutzt werden. Für die Ansprache von außen fungieren sogenannte Proxy-Objekte als Stellvertreter für die SAP-internen Business-Objekte.Sie leiten die Aufrufe der Schlüsselfelder, Attribute und BAPIs an das jeweilige SAP-interne Business-Objekt weiter und geben die entsprechenden Werte zurück. Der OPC Router von inray nutzt dazu dynamische Proxys, um nicht während der Programmierung, sondern erst zur Projektierung zu entscheiden, welche Business-Objekte und BAPIs angebunden werden. BAPIs können sowohl synchron als auch asynchron aufgerufen werden; die synchrone Variante ermöglicht ein direktes Ergebnis und somit ein direktes Fehlerhandling und Monitoring. Hier liegt ein weiterer Vorteil des OPC Routers gegenüber zum Beispiel der Verwendung von PI, nämlich das systemübergreifende Monitoring mit einem beliebig über SAP- und OPC-Seite verteilbarem Fehlerhandling. Dadurch wird ein direktes Message-Queueing unnötig.
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