Overall Equipment Effectiveness (OEE) oder auch Gesamtanlageneffektivität (GAE) ist als betriebswirtschaftliche Kennzahl ein „Key-Performance Indicator“ (KPI) und bemisst die tatsächliche Effizienz einer Anlage, indem sie die fehlerfreie Ausbringungsmenge ins Verhältnis zur maximal möglichen Menge setzt. Feiner unterschieden werden Verfügbarkeit, Effektivität und Qualitätsrate.

Anlagen laufen nie störungsfrei. Neben geplanten Ausfallzeiten (Rüstzeit, Schichtpausen) können technische Pannen oder fehlendes Material die Produktion stoppen, Rückstau zu Geschwindigkeitsminderungen führen. Erfasst werden z. B. Ausfallzeiten, Geschwindigkeit oder fehlerfreie Ausbringungsmenge.
Prinzipiell brauchen solche gemessenen Werte Zielwerte, anhand derer sie beurteilt werden können. Im Rahmen der OEE-Berechnung werden die ungeplanten Stillstände einer Anlage analysiert. Neben der bloßen Kennzahl ist in der Auswertung die Möglichkeit zum „Drill down“ von Bedeutung, also die Möglichkeit, einzelne Störgründe genau aufzuschlüsseln.
Planbelegungszeit = 24 Stunden x 7 Tage – geplante Ausfallzeiten
(geplante Produktionszeit)
Geplante Ausfallzeiten sind produktionsfreie Zeiten (z. B. Wochenende, Betriebsferien) und geplante Stillstände (z. B. Routinewartung). Je nach Anwendungsfall können Sie hier auch die Rüstzeit abziehen, die dann nicht berücksichtigt wird. Nach VDMA-Einheitsblatt fließt die auftragsabhängige Rüstzeit aber in die Effektivitätsberechnung ein:
Hauptnutzungszeit = Planbelegungszeit – ungeplante Ausfallzeiten – Rüstzeit
(Maschinenlaufzeit)
Die Hauptnutzungszeit ist also die verfügbare Maschinenlaufzeit für wertschöpfende Prozesse. Ungeplante Ausfallzeiten werden feiner unterschieden in störungsbedingte Unterbrechungen und Stillstände aufgrund fehlender Aufträge, Material usw., die je nach Erfassung im Drill-down noch weiter aufzuschlüsseln sind. Aus dem Verhältnis von Hauptnutzungszeit zur Planbelegung ergibt sich die Verfügbarkeit (Nutzungsgrad).

Effektivität (Leistungsgrad, auch Performance) ist das Verhältnis von produzierter Menge (Ist-Menge) zur Soll-Menge. Geschwindigkeitsverluste und kleinere, in der Verfügbarkeit nicht erfasste Stillstände fließen hier ein. Soll-Menge meint die Menge, die in der Hauptnutzungszeit nach geplanter Produktionszeit je Einheit (Stück o. ä.) möglich ist (nicht die Soll-Menge laut Fertigungsauftrag). Daraus ergibt sich:

Gut-Menge = Ist-Menge – Ausschuss (Schlecht-Menge)
Ausschuss kann näher aufgeschlüsselt werden nach geplantem Ausschuss (z. B. Anlaufverluste), Teilen zur Nacharbeit und „Totalverlust“. Das Verhältnis von Gut-Menge zur produzierten Menge ist die Qualitätsrate:

OEE = Verfügbarkeit x Effektivität x Qualitätsrate
Je höher die OEE, desto besser. Im Drill-down sollte eine Analyse möglich sein nach Produktionseinheiten, einzelnen Produkten, Zeiträumen, Fehlerarten. Mit den grundsätzlich erfassten Daten lassen sich auch weitere Kennzahlen berechnen, z. B. Durchsatz, Rüstgrad oder Belegnutzgrad (Kapazität).
Individuelle Komplettlösung zur OEE-Berechnung.
Eingesetzte Software
Lesen Sie auch ...
Im Oktober 2009 hat der VDMA das Einheitsblatt 66412 zur Vereinheitlichung der Definition verschiedener Kennzahlen (KPI), die via MES ermittelt werden, vorgelegt. Dieser Entwurf könnte auch Grundlage für eine internationale Norm werden.
Wir werden daher künftig diese Konventionen verwenden, von uns bisher benutzte Begriffe finden Sie einstweilen in Klammern. An der Art der Berechnung ändert sich nichts.
© 2010 inray Industriesoftware GmbH
Datenschutzerklärung | Bildnachweise/Photo Credits im Impressum