Produktvisualisierung in Molkereibetrieben

Autor: Oliver Garrandt, erschienen in der Deutschen Milchwirtschaft 25/2007, S. 980–981, PDF

Produktionsabläufe in der Milchverarbeitung und der gleichzeitig wachsende Rationalisierungsdruck machen es nahezu unmöglich, an einer modernen informationstechnischen Infrastruktur vorbei zu kommen.

Um Produktionsabläufe zeitnah zu dokumentieren, sind Computer unumgänglich. Die Daten der Materialanlieferung gehören hier genauso zum Tagesgeschäft wie die ständige Überwachung der technischen Abläufe. Hier gilt es Lebensmittelvorschriften zu befolgen und gleichzeitig für eine gleichbleibend hohe Qualität der Endprodukte zu sorgen. Abläufe mit immer größerer Technisierung verlangen von den Betrieben in der Milchwirtschaft ein wachsendes Verständnis für Informationstechnologie. Im gleichen Atemzug wächst das Risiko eines Betriebsausfalls bei zu spät entdeckten Maschinenlauffehlern, die zu Qualitätsbeinbußen, im schlimmsten Fall zu Maschinenschäden führen können. "Dies führt zu einem immer weiter ansteigenden Bedarf an technischem Personal wie auch Bürokapazitäten für die Überwachung der Maschinen, die Messergebnisanalyse und mitunter zu Betriebsausfällen.", so Tim Hansen, Technischer Leiter der Käserei Holtsee.

Um diesen Ausfällen entgegen zu wirken und gleichzeitig die Möglichkeit einer besseren Produktionsüberwachung zu realisieren, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Bereits im Einsatz bei namhaften Herstellern befinden sich dazu verschiedene Produkte der Firma inray Industriesoftware GmbH aus Schleswig-Holstein. Hiermit lässt sich einfache Messdatenüberwachung bis hin zur Darstellung ganzer Produktionsabläufe realisieren.

Mittels der Visualisierungssoftware FAS (Factory Application Server) kann der gesamte Warenverlauf vom Wareneingang bis hin zur Rezeptur und Lagerverwaltung mittels optionaler Module überwacht werden. Die Käserei Holtsee hat durch die Einführung einer neuen IT-Infrastruktur in weniger als einem Jahr bereits Personalkosten reduzieren können und gleichzeitig die Ablaufsteuerung in der Produktionskette qualitativ verbessert. Bereits bei der Warenanlieferung werden die Daten der LKW-Waage in eine Datenbank übertragen und sind sofort für alle anderen Abteilungen wie Labor, Produktion und Verwaltung verfügbar. Ein zeitaufwendige papierbasierende Verfahrensweise, in der der Lieferant den Beleg handschriftlich ausfüllt und diesen dann weiter reicht, konnte so entfallen. Übertragungsfehler wurden minimiert und Personal-einsatzzeiten verschlankt.

Die Produktion kann über den eingebundenen OPC-Server laufende Alarmmeldungen rechtzeitig wahrnehmen und sofort nach Eingang neuer Ware sehen, mit welchen Mengen sie arbeiten wird; so ist sie in der Lage, ihre Maschinenlast besser zu verteilen, Leerlaufzeiten werden reduziert, gewonnene Ressourcen werden für den Produktionsausbau verwendet. Bei gleichen Kosten können damit mehr Produkte erzeugt werden. Eine Rechnung, über die sich der Technische Leiter Hansen ebenso freut, wie seine Mitarbeiter. Diese können sich nun mehr um ihrer Liebe zum Käse kümmern, anstelle sich mit Verwaltungstätigkeiten zu belasten.

Im Bereich der Verpackung wurden bisher die Ergebnisse der Waage aus einer Tabelle herausgesucht und im Anschluss eine entsprechende Produkt-Beschriftung erstellt. Ein Vorgang, der für den Exportbereich mitunter bis zu einer Stunde dauern konnte. Durch aktuelle immer bereitstehende Daten aus der Produktion wird dieser Arbeitsablauf fast vollständig automatisiert und der Zeitaufwand für das Personal auf unter fünf Minuten je Vorfall reduziert.

Die einfache Benutzung der FAS Software versetzt den technischen Leiter schon heute in die Lage, die Eingaben selbst zu gestalten. Sie werden von ihm so konzipiert, dass zukünftige Nutzer bei der Datenerfassung keiner großen Einarbeitung bedürfen. Angefangen bei der Konzeptionierung bis hin zur Schulung des Personals wurden alle Schritte von inray Industriesoftware in enger Zusammenarbeit mit der Käserei abgestimmt und realisiert. Zukünftige Kosten für Lizenzen und Support sind beim Einsatz neuer Softwareprodukte immer eine unbekannte Größe. Bei der Umsetzung wurde darauf geachtet, offene Standards zu nutzen, was der zukunftsorientierten Skalierbarkeit zugute kommt.

Insgesamt lässt sich aus Sicht der Käserei feststellen, dass sich die Qualität der Daten wie auch die Produktion selbst durch den Einsatz von verschiedenen inray-Produkten verbessert haben. Aufgrund dieser Erfahrungen werden bereits weitere Einsatzgebiete im Unternehmen geprüft. So werden voraussichtlich die Adress- und Auftragsverwaltung wie auch die Kostenstellenrechnung in das System eingebunden. Möglich wäre natürlich auch eine Anbindung an fremde Produkte wie z. B. an SAP/R3.

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