HERMA: Automatisierung der Prozesskette vom ERP bis zum Versand
Datum: 18.05.2026

Die Herausforderung: Komplexität in der Variantenfertigung
HERMA, ein Spezialist für Selbstklebetechnik, fertigt Produkte in enormen Dimensionen – bis zu zwölf Kilometer lange „Jumborollen“. Vor der Prozessoptimierung war die Koordination zwischen den Rezepturvorgaben im SAP-System und den tatsächlichen Maschinenparametern eine komplexe Aufgabe. Besonders kritisch war die Handhabung von Fehlstellen: Diese mussten manuell lokalisiert und dokumentiert werden, um sie in späteren Verarbeitungsschritten entfernen zu können.
Transformation zu einer aktionsgesteuerten Fertigung
Das Unternehmen implementierte eine direkte SPS-zu-SAP-Kommunikation über eine industrielle Middleware. Anstatt einfacher Statusabfragen entwickelte HERMA in Zusammenarbeit mit unseren Experten eine komplett aktionsgesteuerte Prozesslandschaft. Das System fungiert als bidirektionaler Übersetzer: SAP sendet Rezepturen und Geschwindigkeiten an die Maschine; die Maschine meldet Fehlstellen und Qualitätsdaten in Echtzeit zurück.
Nachweisbare Benefits und operative Exzellenz
Das Ergebnis ist eine hochintegrierte Fabrik, die mit beeindruckenden Kennzahlen überzeugt:
* Drastische Ausschussreduzierung: Da das System Fehlstellen präzise speichert, stoppen nachgelagerte Schneidstationen automatisch an der exakten Position, damit Mitarbeiter Defekte entfernen können.
* Hochverfügbarkeit: Bei rund 15.000 Datentelegrammen pro Tag und Verbuchungszeiten unter 15ms sind Produktionsausfälle systembedingt fast vollständig eliminiert worden.
* Predictive Maintenance: Die Maschinen senden Verschleißdaten über die Datendrehscheibe direkt an das SAP-Wartungsmodul, das automatisiert Tickets für Servicetechniker erstellt.