Erfolgsgeschichten

Corratec: Strategische Vernetzung einer High-End-Fahrradproduktion

Datum: 18.05.2026

Die industrielle Ausgangslage und operative Hürden

In der Welt der Premium-Fahrräder ist Präzision kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit. Corratec, ein familiengeführter Innovationsführer, stand vor einer klassischen Herausforderung der Industrie 4.0: Einerseits verfügte das Unternehmen über ein leistungsstarkes ERP-System (Microsoft Dynamics AX), das sämtliche betriebswirtschaftlichen Abteilungen und das Lager steuerte. Andererseits endete die digitale Sichtbarkeit dieses Systems exakt an der Sensorebene der Produktion. Kritische Anlagenkomponenten, wie die Elektro-Hängebahn, die auf älteren Siemens S5-Steuerungen basierte, waren technologische Inseln.

In diesem „Vorher“-Zustand war die Kommunikation einseitig und fehleranfällig. Die Visualisierung von Anlagenzuständen beschränkte sich auf einfache Lichtsignale an den Maschinen. Für die Geschäftsführung bedeutete dies eine gefährliche Intransparenz: Stillstände wurden oft erst bemerkt, wenn sie bereits eingetreten waren, und die Ursachenforschung glich einer manuellen Spurensuche. Es fehlte die Möglichkeit, Produktionsdaten in Echtzeit mit den Auftragsdaten des ERP-Systems zu korrelieren.

Der Weg zur technologischen Transformation

Die Lösung bestand darin, eine zentrale industrielle Datendrehscheibe zu implementieren, die als Vermittler zwischen der IT-Welt (ERP/Datenbanken) und der OT-Welt (Maschinensteuerung) agiert. Zunächst wurden die S5-Steuerungen über spezialisierte Schnittstellen angebunden, später folgte die nahtlose Migration auf moderne S7-Systeme. Anstatt individueller, starrer Programmierung wurde ein System gewählt, das Datenflüsse flexibel strukturiert und für eine webbasierte Visualisierung bereitstellt.

Strategische Benefits und der „Nachher“-Effekt


Heute ist die Produktion bei Corratec vollkommen transparent. Die Geschäftsführung blickt auf ein Unternehmen, in dem die Digitalisierungsstrategie Realität geworden ist.
*   Vermeidung von Produktionsstopps: Durch Echtzeit-Dashboards werden Fehler identifiziert, bevor sie zu einem Stillstand führen.
*   Datengestützte Entscheidungsfindung: Alle betriebswirtschaftlichen Daten sind nun direkt mit den physischen Produktionsereignissen verknüpft.
*   Zukunftssicherheit: Die Architektur ist so skalierbar, dass sie problemlos von S5 auf S7 migriert werden konnte, was den Investitionsschutz der Gesamtanlage massiv erhöht.