Industrie 4.0

smart production in Aktion

Wie aus Daten wirksame Abläufe werden 

smart production ist keine Technologieliste, sondern eine Fähigkeit: Die richtigen Informationen sind zur richtigen Zeit am richtigen Ort, und daraus entstehen die richtigen Aktionen. Möglich wird das erst, wenn connected production, transparent production und data driven production zusammenwirken. 

Eine angebundene Maschine macht noch keine smarte Produktion, ein Dashboard auch nicht. In unserem neuen Video sprechen wir über unser zentrales Thema und was passiert, wenn die drei Säulen von smart production ineinandergreifen:  

Zwei Männer bei einem Lunch-Talk über Industrie 4.0 und Smart Production.

Unser Modell in drei Sätzen 


Wie wir smart production verstehen und welche Bausteine dazugehören, beschreiben wir ausführlich auf der Seite Was ist smart production?. Kurz gefasst: 

connected production bindet Maschinen und Systeme über möglichst offene, standardisierte Kommunikationswege an, und zwar mit Kontext und in beide Richtungen. 

transparent production macht den Produktionszustand für jede Rolle verständlich und aktiviert gezielt den Connected Worker, wenn ein Mensch handeln muss. 

data driven production lässt Systeme miteinander kommunizieren und übersetzt Informationen innerhalb definierter Regeln in automatische System- und Prozessaktionen, sodass manuelle Eingriffe entfallen. 

Warum keine dieser Fähigkeiten allein trägt, hat unser Geschäftsführer Mike Elsen in seinem Leitartikel „Die drei Säulen der smart production – und warum erst ihr Zusammenspiel richtig wirkt“ ausführlich hergeleitet. Hier zeigen wir das Zusammenspiel an einem durchgehenden Ablauf. 

Ein Ablauf, drei Fähigkeiten: der Auftragsstart 


Ein neuer Auftrag soll an einer Abfüllanlage starten. Klassisch bedeutet das: Parameter manuell aus dem Rezept übernehmen, beim Qualitätslabor nachfragen, ob die Rohstoffcharge freigegeben ist, und hoffen, dass kein Zahlendreher dabei ist. 

Schritt 1 – connected production: Die Anlage spricht ursprünglich nur ein proprietäres Protokoll. Über einen OPC-UA-Server wird sie standardisiert und bidirektional eingebunden. Die Verbindung steht damit nicht nur einer Anwendung zur Verfügung, sondern der gesamten Systemlandschaft, von der Auftragssteuerung bis zur Energieauswertung. 

Schritt 2 – data driven production: Zum Auftragsstart überträgt das führende System die freigegebenen Maschinenparameter automatisch an die Anlage. Parallel fragt der Prozess den Freigabestatus der Rohstoffcharge direkt im QS-System ab. Ist die Freigabe gültig und eindeutig, läuft der Auftrag an, ohne dass jemand Informationen zwischen Systemen vermitteln muss. Eingabefehler an dieser Schnittstelle, etwa ein falsches Jahr im Mindesthaltbarkeitsdatum, können so gar nicht erst entstehen. 

Schritt 3 – transparent production: Fehlt die Freigabe oder ist das Ergebnis nicht eindeutig, bleibt der Start gesperrt. Statt eines allgemeinen Alarms erhält die zuständige Person in der Qualitätssicherung eine gezielte Meldung mit Charge, Auftrag und Anlage. Gleichzeitig sieht die Schichtleitung im Lagebild, warum die Anlage wartet und welche Folgeaufträge betroffen sind. Läuft alles wie es soll, zeigt der Hallenmonitor allen, dass alle grün, also in Ordnung ist. 

Der Mensch wird dabei nicht ersetzt, sondern entlastet: Routineabläufe laufen automatisch, Verantwortung für Regeln, Ausnahmen und unklare Situationen bleibt bei den Fachleuten. 

Was fehlt, wenn eine Säule fehlt 


Der Ablauf zeigt auch, woran viele Projekte scheitern. Vernetzung ohne Transparenz erzeugt Daten, aber keine Orientierung. Transparenz ohne anschließende Aktion bleibt Beobachtung. Und Automatisierung ohne verlässliche Anbindung und klare Regeln setzt falsche Informationen nur schneller um. 

Schon Transparenz allein kann dabei viel bewirken: In einzelnen Projekten wurden Einsparpotenziale von bis zu 30 Prozent sichtbar, etwa weil Druckluft verbraucht wurde, während kein Auftrag lief, oder weil Wartezeiten an einzelnen Anlagenteilen erstmals messbar wurden. Den vollen Nutzen bringt aber erst der geschlossene Kreislauf aus Erkennen, Verstehen und Handeln. 

Der Einstieg: ein Anwendungsfall, drei Fragen 


smart production beginnt selten auf der grünen Wiese. Der beste Start ist ein klar abgegrenzter Informations- und Handlungsfluss, betrachtet durch die drei Fähigkeiten: 

connected: Wo entstehen die benötigten Informationen, und welcher Kontext fehlt ihnen heute? 
transparent: Wer braucht welche Information, wann und wo, und wer muss bei Ausnahmen aktiv werden? 
data driven: Welche Routineaktion kann das System selbst auslösen, und welche manuelle Eingabe fällt dadurch weg? 

Mit jedem umgesetzten Anwendungsfall wächst ein wiederverwendbarer Werkzeugkasten aus Standards, Datenmodellen und Erfahrung. So steigen Umsetzungsgeschwindigkeit und Skalierbarkeit von Projekt zu Projekt. 

Fazit 


smart production zeigt sich nicht in der Zahl angebundener Maschinen oder eingerichteter Dashboards, sondern im Handeln. Das Video macht diesen Gedanken in wenigen Minuten greifbar, Mike Elsens Leitartikel liefert die ausführliche Herleitung, und auf unserer Seite Was ist smart production? finden Sie Ansatz, Bausteine und Branchen im Überblick. 

Welcher Informationsfluss in Ihrer Produktion hat das größte Potenzial? Jetzt kostenlose Potenzialanalyse anfragen.